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Konflikte: Das Salz in der Suppe!

Ein einer guten Beziehung läuft alles harmonisch und man streitet nicht? Falsch gedacht, sagt die Wiener Paar- und Psychotherapeutin Dr. Brigitte Ettl. Warum, lest ihr hier.


Ein Konflikt zeigt, was dem anderen wichtig ist.
"Ein Konflikt verdeutlicht den Unterschied zwischen zwei Partnern - und gerade die Unterschiede machen eine Beziehung erst spannend", sagt die Expertin. Das Beziehungsmodell "Gegensätze ziehen sich an" wird in der Praxis gewiss nicht langweilig - doch es muss auch gut lebbar sein. Dabei ist es wichtig, sich mit sich selbst und dem anderen auseinanderzusetzen und tolerant zu sein.

In einem Konflikt lernt man sowohl sich selbst als auch den anderen erst so richtig kennen. "Entscheidend ist, wie beide damit umgehen", sagt Ettl weiter, "das Wichtigste ist, die Sicht des anderen nicht zu bewerten. Es bringt nichts, den anderen abzuwerten, bloß weil er seinen Urlaub lieber in den Bergen verbringen will als am Strand." Zwei Menschen haben unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse – und beides ist ok.

Konflikte können die Paarbeziehung vertiefen

Wer mit Kreativität neue Varianten des Konfliktlösens entwickelt und nicht jede Kleinigkeit in einen Weltkrieg ausarten lässt, kann die Beziehung noch mehr zu vertiefen. "Man kann zum Beispiel einmal die Würfel entscheiden lassen oder einfach mal über die beidseitige Engstirnigkeit gemeinsam lachen", schlägt Ettl vor. 

Entscheidend ist dabei auch, sich selbst darüber bewusst zu werden, wie man  an Konflikte herangeht und wie man Streits austrägt. "Viele Verhaltensmuster wurden ja bereits in der Kindheit erlernt und einfach von den Eltern übernommen." Klassische Konfliktvermeider etwa haben kaum gelernt, über ihre eigenen Bedürfnisse zu sprechen. Bei den meisten Paaren werden Schwierigkeiten überhaupt erst zu lange unter den Teppich gekehrt - und so häufen sich immer wieder kleine Kränkungen an - bis der Streit eskaliert.

Verständnis und Humor sind für Ettl die erprobtesten Rezepte: "Auf den Partner eingehen und auch sagen, was einem wichtig ist, ist die Essenz, wenn man Konflikte positiv nützen will." Und ganz wichtig: Immer wieder mal liebevoll ein Auge zudrücken und dem anderen verzeihen.

Liebevolle Aufmerksamkeiten wie kleine Geschenke zwischendurch machen die Liebe stark.

Fotocredit: Fotolia